Eine Premiere auf zwei Ebenen

Erstmals hatten sich zwei Sportlerinnen von Leichtathletik Arth für Schweizer Meisterschaften qualifizieren können. Und dementsprechend war es auch für diese beiden Athletinnen die erste Teilnahme. Am vergangenen Wochenende nahmen Lea Bürgler im Dreisprung und Noalie Szymkowiak im Speer-, Hammer- und Diskuswurf an den U16 Schweizer Meisterschaften in Lausanne teil. Alleine schon das Erreichen der Teilnahme-Limite war ein grosser Erfolg gewesen, so konnten sie als Athletinnen des jüngeren Jahrgangs der U16-er Kategorie ohne grossen Druck in die Westschweiz fahren.

Am Samstagmittag trat Noalie auf ein sehr grosses Teilnehmerfeld im Speerwurf. Ganze 24 Sportlerinnen hatten sich qualifiziert, was für eine grosse Breite auf hohem Niveau spricht. Noalie konnte sich im Verlauf der ersten drei Würfe zwar steigern, doch kam sie nicht so richtig hinter den Speer und musste sich mit 32,09m und Platz 22 zufrieden geben. Der Titel ging mit starken 45,49m an die Führende der Saison Valerija Meier vom TV Zofingen.

In der Abendsonne durfte Lea Bürgler ins Stade Olympique de la Pontaise einlaufen. Nach der Umstellung vom 7- auf das 9-m-Brett konnte Lea nun ihren ersten Wettkampf von diesem Brett in Angriff nehmen. Und das gelang ihr par excellance: direkt im ersten Versuch stand die 10 vor dem Komma. Und so steigerte sie sich bis auf 10,31m und verbesserte gleich dreimal hintereinander ihre Bestleistung. Obwohl es bereits die Abendsonne war, herrschten brutale Temperaturen von über 33° an der Dreisprunganlage. Man merkte, dass Leas Kräfte langsam schwanden. Ihre 10,31m führten sie auf einen tollen 6.Platz an ihrer ersten U16 Schweizer Meisterschaft. Vom ersten bis zum letzten Versuch gab Eva Toomey von Versoix Athletisme die Führung und letztlich den Sieg mit 11,31 m nicht her.

Recht warm ging es direkt auch Sonntagmittag beim Hammerwurf weiter. Dieses Mal in dem Lausanner Stadion Pierre-de-Coubertin, direkt am Ufer des Genfer Sees. Noalie hatte in der Woche zuvor zweimal mit dem Luzerner Hammerwurf-Trainer Guido Troxler trainieren dürfen, der ihr viele neue Imitationen gezeigt hatte, was Noalie allerdings jetzt in Lausanne verunsicherte. Sie schenkte die Finalteilnahme quasi her und beendete nach drei Würfen mit 24,91m auf dem elften Platz den Wettkampf. Gewonnen wurde der Hammerwurf von Leonie Hasler vom LC Frauenfeld mit 43,29m, die sich um über fünf Meter zu ihrer alten Bestleistung steigerte.

Mit viel Vorfreude ging Noalie zwei Stunden später in den Diskuswurf-Ring, hatten die letzten Trainings und Wettkämpfe leitungsmässig doch tendenziell eindeutig nach oben gezeigt. Und Noalie atmete einmal tief durch, drehte schön auf dem rechten Ballen und warf das 750g-Gerät auf eine neue Bestleistung von 33,67m. Damit schockte sie einige der Konkurrentinnen, die im Vorfeld eine bessere Weite stehen hatten. Ganze vier Durchgänge lag Noalie sogar auf einem Medaillenplatz bis sie auf den vierten Platz verdrängt wurde. Nach kurzer Enttäuschung die Freude: mit einem Finalplatz gerechnet und dann den vierten Platz gewonnen. Der Sieg ging überraschend an die in der Bestenliste auf Platz sechs gelegenen Kaira Volken des SATUS Rothrist LA mit einer Weite von 38,35m. Noalie ihrerseits liegt nun als beste 2010-erin auf Platz sechs der Schweizer Bestenliste 2024.

Bericht: Kerstin Szymkowiak