Mille Gruyère Regionalfinal

Einmal im Jahr findet das Regionalfinal des Mille Gruyère im Gersagstadion in Emmenbrücke statt. Der Mille Gruyère ist ein 1000m-Lauf, für die Kategorien 9 Jahre und jünger sind es 600m, bei dem sich die zwei Schnellsten der Kategorien W/M10 und älter jedes Regionalfinals für das Schweizer Finale qualifizieren können. An dem Regionalfinal in Emmenbrücke kommen Teilnehmer der Kantone Uri, Nid- und Obwalden, Luzern, Zug, Schwyz und Glarus in die Wertung. Teilnehmer anderer Kantone dürfen teilnehmen, kommen aber nicht in die direkte Qualifikation. Dieses Jahr nahmen 14 Läufern/innen von Leichtathletik Arth teil, bisher waren es nie mehr als vier gewesen. Vier dafür die Zahl der Podestplätze in 2024: Siege für Lio Kaufmann und Max Waldispühl, dritte Plätze für Marlene McCarthy und Paul Waldispühl.

Den Anfang machten die Jüngsten, von deren hatten wir gleich drei am Start. Für Paul Waldispühl (2018), Andri Haller und Max Krasselt (beide 2017) ging es erstmalig auf die eineinhalb Stadionrunden. Es war ein steter Positionswechsel unserer Drei, das Tempo der schnellsten Zwei mochten sie aber nicht mitlaufen. Schliesslich setzte sich Paul etwas ab, wurde in 2:34,96 min Dritter. Zwischen Andri und Max wurde es ein spannendes Finale, das Andri mit Platz vier in 2:38,06 min vor Max, der damit Fünfter wurde in 2:39,23 min, für sich entschied.

In der W8 war Leyana Matoshi am Start. Sie musste aber nach rund der Hälfte des Rennens aufgeben. In derselben Kategorie bei den Jungs war Lio Kaufmann (2016) das Mass aller Dinge: Er setzte sich gleich nach dem Start an die Spitze und gab diesen Platz nicht mehr her. Er machte aus den 600m einen Start-Ziel-Sieg und gewann in starken 2:11,75 min.

«Siehst du, ich bin schlau gelaufen!» kam Marlene McCarthy (2015) nach dem Lauf zu Trainerin Kerstin. Diese aber hatte fast nicht zuschauen können Minuten zuvor. Denn Marlene ging ihr Rennen über die eineinhalb Stadionrunden ganz gemütlich an. Ab dem Startschuss setzte sie sich joggend direkt an den Schluss des Feldes und liess ihre Konkurrentinnen gnadenlos davonlaufen. Nach der Hälfte des Rennens überholte sie dann mal die ersten drei vor sich. Etwa 100m vor dem Ziel kam er dann, der Sprint von Marlene. Sie überspurtete direkt mal zwei Läuferinnen, lag aber schier aussichtslos auf Platz fünf. Nur noch 50m bis ins Ziel und die vier vor ihr noch 20m weg. Nicht beeindruckt war davon wohl nur Marlene, beeindruckt aber alle Zuschauer, denn Marlene sprintete gnadenlos weitere zwei Läuferinnen platt, holte sich schliesslich in 2:19,96 min den dritten Platz. Eine Hunderstel vor der Konkurrentin, die letztlich mit dem vierten Platz aus dem Rennen ging.

Nach fast zweimonatiger Pause wegen eines komplizierten Armbruchs war auch Leo Waldispühl (2015) wieder mit von der Partie. Die Mittelstrecke war ideal, um wieder in den Sportbetrieb einzusteigen. Er konnte so auch gut im Feld mitlaufen, doch sah man ihm an, dass die Power noch nicht wieder da ist. Er machte das Beste daraus und finishte in 2:14,04 min als guter Fünfter.

Auf ein läuferisch sehr gut besetztes Feld trafen im Jahrgang 2014 unsere Starterinnen Aurea Zimmermann, Anna Durrer und Anne-Sophie Vivot. Aurea und Anna waren im selben Lauf, konnten dadurch rund 800m zusammenlaufen, wechselten sich beim Tempomachen ab. Dann löste sich Aurea von Anna, um das Tempo zu erhöhen und wurde in 4:07,25 min im Ziel gestoppt. Anna folgte ihr in 4:10,55 min. Anne-Sophie, die im zweiten Lauf gesetzt war, kam nach 4:13,34 min im Ziel an.

Gegen ganze 26 Starterinnen in zwei Läufen musste Malena Kaufmann in der W11 den Kampf aufnehmen. Klar war das Ziel: Verbesserung der Bestzeit. Das wurde dann zu einem wirklich schwierigen Unterfangen, denn Malena war in einem sehr schnellen Lauf eingeteilt und musste notgedrungen lange Zeit einzig gegen sich alleine laufen. Sie kämpfte sich durch und in 4:13,28 min verbesserte sie ihre Bestzeit deutlich um neun Sekunden.

Einen ganz starken 1000m-Lauf zeigte Max Waldispühl in der M11, der sein Ziel vorher klar definierte: Qualifikation für den Schweizer Final und in Emmenbrücke aufs Podest. So setzte er sich gleich nach dem Startschuss mit vehementem Armeinsatz an die Spitze des Feldes. In seinem Lauf waren Konkurrenten, deren Bestzeit um 25 sec schneller war. Dies schreckte ihn nicht ab, auch als der Schnellste des Feldes nach 100m das Tempo direkt noch einmal verschärfte und nach vorne lief, blieb Max einfach dran. Und er liess den ursprünglich Zweitschnellsten nicht zwischen sich und den Führenden, bis zum Ziel nicht. 3:29,14 min standen schliesslich in der Ergebnisliste für Max – damit steigerte er seine Bestzeit um sensationelle 17 Sekunden! Zudem erreichte er beide Ziele: in Emmenbrücke wurde er Zweiter, war damit auf dem Podest und qualifizierte sich zudem souverän als Erster der Region ILV/GL/SZ für das Schweizer Final, das am 15.September in Alle/Jura stattfinden wird.

Ebenfalls eine eindrucksvolle Steigerung seiner persönlichen Bestzeit gelang Jakob Sutter in der M14 über 1000m. Er kam nach einem couragierten Rennen in 3:08,11 min ins Ziel und verbesserte seine alte Bestzeit um knappe 14 Sekunden. In Emmenbrücke landete er damit auf Platz fünf, zwei Plätze hinter seinem Oberarther Konkurrenten Elia Bürgler, der für den TSV Steinen startet und an diesem Abend erstmals unter drei Minuten über die 1000m lief und sich als Zweiter der Region für das Schweizer Final qualifizierte.

Bericht: Kerstin Szymkowiak