Zwei kantonale Mehrkampfmeister

Mit Sommerferienbeginn ging es für sechs Athleten von Leichtathletik Arth zum Thalwiler Mehrkampfmeeting, in dem gleichzeitig die kantonalen Schwyzer Mehrkampfmeisterschaften eingebettet waren. Was sich in der ersten Stunde wie ein Herbstmeeting anfühlte bei Regen und knappen 15°C, wurde dann zu einem erfolgreichen, trockenen Vier- bis Sechskampf für die Arther bei doch noch angenehmen 24°C.

In der U12 starteten bei den Mädels Malena Kaufmann und bei den Jungs Max Waldispühl. Malena punktete vor allem im 60m-Sprint mit ihrer zweitschnellsten gelaufenen Zeit von 9,34 sec. Es wurde danach um die Medaillen gekämpft. Klar war, dass Svenja Späni vom TV Ibach uneinholbar ihren Vierkampf gegen sich selbst ablieferte, aber danach tummelten sich gleich drei Athletinnen. Nach dem Weitsprung gab es einen kleinen Vorentscheid, leider zu Ungunsten von Malena. Der dritte Sprung war weit, aber leider bekam sie nicht beide Beine nach vorne gezogen und verschenkte gut und gerne 30cm. Diese 30cm hätten wohl für ihren ersten 4m-Sprung gereicht und hätte sie in eine gute Ausgangslage für den abschliessenden 600m-Lauf gebracht. So war es fast aussichtslos, sich doch noch aufs Podest zu laufen. Mit einer neuen PB von 2:09,74 min lief Malena zwar eine starke Zeit, doch musste sie sich in der Endabrechnung mit Platz vier begnügen. Kantonal bedeutete das Platz drei mit 1530 Punkten.

Max Waldispühl war schon vorher auf dem Papier der klare Favorit, hatten sich auch nur drei Jungs in seiner Kategorie angemeldet. Im 60m-Sprint setzte er sich bereits mit 9,29 sec über eine halbe Sekunde vor den nächsten Mitstreiter. Im Kugelstossen mit der 2,5kg-Kugel stiess Max dann eine Bestleistung von 6,86m und gab den Konkurrenten über eineinhalb Meter Differenz. Sein Paradestück gelang ihm dann im Weitsprung, indem er seine Bestleistung auf 4,32m steigerte. Und mit welcher Konstanz: gleich alle drei Sprünge landeten innerhalb von 7cm. Die abschliessenden 600m lief er alleine vom Start zum Ziel und sicherte sich auch hier die meisten Punkte mit über 15 Sekunden Vorsprung. Somit krönte sich Max mit 1575 Punkten und über 400 Punkten Vorsprung zum kantonalen Mehrkampfmeister 2024.

Im Fünfkampf der U14 war Simon Schuler am Start. Auch bei ihm zeichnete sich schnell ab, dass es ein harter Kampf um die Plätze zwei und drei geben würde, während auch hier ein Überflieger, David Baldauf vom TV Buttikon-Schübelbach, das Zepter in allen Disziplinen in der Hand hielt. Simons Sprintzeit von 8,98 sek über 60m und sein Sprung über eine neue Bestleistung von 1,40m im Hochsprung verschaffte ihm eine gute Ausgangslage. Leider kam er im Weitsprung nicht zu einem explosiven Absprung, so dass er hier und im anschliessenden Kugelstossen doch einiges an Boden verlor. Im 600m-Lauf hätte es eine brutale neue Bestzeit gebraucht, um noch auf das begehrte Podest zu kommen. Dieses verpasste Simon somit, wurde aber auch in der Schwyzer Mehrkampfwertung Dritter mit 1973 Punkten.

Bei den Mädels traten gleich zwei im Fünfkampf an: Tea Prokic und Melina Contratto. Tea lieferte sich während allen fünf Disziplinen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Zugerin Lara Beeler und Cinja Föllmi von Schindellegi. Den 60m-Sprint gewann Tea in 8,22 sek. Im Weitsprung folgt eine Steigerung ihrer Bestleistung auf 4,97m, womit sie auch hier die meisten Disziplinenpunkte einkassierte. Melina sprang 4,39m weit und holte für sich die meisten Punkte in dieser Disziplin. Im Hochsprung wackelte Melina etwas, Tea sprang solide 1,35m. Die vorletzte Disziplin, das Kugelstossen, führte dann zu einem kleinen Vorentscheid zugunsten der Zugerin, die ganz starke 10,24m stiess. Tea toppte ihre Bestleistung hier auch und kam erstmals über sieben Meter auf 7,28m. Beim abschliessenden 600m ging es also um jede Sekunde. Melina lief nach 2:01,82 min ins Ziel, Tea folgte in 2:02,66 min. In der Gesamtwertung musste sich Tea dann der Lara Beeler um 34 Punkte geschlagen geben, wurde auf dem Meeting Zweite, aber gleichzeitig Schwyzer kantonale Mehrkampfmeisterin 2024. Melina wurde mit 2402 Punkte Fünfte und vierte Schwyzerin.

Besonders spannend wurde es im Sechskampf bei der U16. Während sich recht schnell die ersten Zwei absetzten, war auch vor dem 1000m-Lauf noch nicht klar, wer als Dritter auf das Podest steigen dürfe. Am meisten Körner verlor der Arther Tobias Camenzind direkt in der ersten Disziplin: 100m Hürden. Diese Disziplin war im Training leider viel zu kurz gekommen und den letzten zwei Wochen den unwetterartigen Regenfällen genau zu Trainingszeiten zum Opfer gefallen. So waren Trainerin und Athlet einfach froh, dass der erste Hürdenlauf seiner Karriere sturzfrei bis ins Ziel ging. Im Weitsprung setzte Tobias eine neue Bestleistung in den Sand mit 5,11m, im Kugelstossen erzielte er sogar den Disziplinensieg mit neuer PB von 10,27m und im Diskuswurf steigerte er sich auch mit sauberen Würfen auf 27,10 m. Für den 1000m-Lauf war klar, dass er vor Nummer 108 bleiben musste, wollte er das Zwischenpodest behalten. Und das gelang ihm mit einem taktisch sehr gut angegangenen Rennen. Eine Runde lief er mit seinem Konkurrenten, um dann kontinuierlich das Tempo anzuziehen und in 3:35,27 min ganze neun Sekunden vor dem Athleten des LC Regensdorf in Ziel zu laufen. In der Gesamtwertung somit zweimal Platz drei  mit 2889 Punkten – einmal bei der Schwyzer Wertung und einmal Gesamtplatzierung.

Bericht: Kerstin Szymkowiak